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  • Jürgen Renner

Land und Landkreise bauen Schulsozialarbeit aus

Aktualisiert: 21. Dez. 2020

Künftig werden alle saarländischen Schülerinnen und Schüler Zugang zu Angeboten der Schulsozialarbeit erhalten. Dafür stellen das Land, die Landkreise und der Regionalverband künftig zusammen rund 10 Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und Landrat Patrik Lauer, Vorsitzender des saarländischen Landkreistages, stellten heute im Ministerium für Bildung und Kultur (MBK) die Planungen für den flächendeckenden Ausbau der Schulsozialarbeit im Saarland vor.



Das Bildungsministerium hatte im Februar innerhalb der Landesregierung die Zuständigkeit für die Schulsozialarbeit übernommen und gemeinsam mit den Landkreisen sowie dem Regionalverband als Träger der Jugendhilfe ein Konzept für die Neuaufstellung der Schulsozialarbeit erarbeitet. Ziel ist die flächendeckende und gleichzeitig bedarfsorientierte Versorgung aller Schüler*innen mit Angeboten der Schulsozialarbeit. Erstmals wird es an allen saarländischen Schulen Schulsozialarbeiter*innen geben. Die Verteilung der Mittel erfolgt anhand eines Mechanismus, der unterschiedliche Bedarfe aufgrund der Schulform, der Schüler*innenzahl an den jeweiligen Standorten sowie soziale Faktoren berücksichtigt. Das Konzept soll ab dem 1. August 2020 umgesetzt werden.


Bisher förderte das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (MSGFF) über das Landesprogramm ‚Schoolworker‘ die Schulsozialarbeit mit jährlich 1,9 Millionen Euro. Das MBK erhöht die für die Schulsozialarbeit zur Verfügung stehenden Landesmittel nun auf rund 5 Millionen Euro. Die Landkreise und der Regionalverband tragen ebenfalls rund 5 Millionen Euro. Insgesamt stehen somit rund 10 Millionen Euro jährlich für die Schulsozialarbeit zur Verfügung. Das entspricht rund 124 Schulsozialarbeiter*innen-Stellen (Vollzeit, 68.500 Euro p.a. Arbeitgeberbrutto). Bisher werden rund 98 Vollzeitstellen finanziert.


„Die Schulsozialarbeit ist neben den Lehrkräften die zweite tragende Säule der multiprofessionellen Teams an unseren Schulen. Sie leistet einen enorm wichtigen Beitrag dafür, dass Kinder und Jugendliche an unseren Schulen genau die Förderung und Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Das Geld ist gut angelegt, denn mit dem Ausbau der Schulsozialarbeit investieren in Bildungschancen und Zukunftsperspektiven. Zusätzliche Angebote der Schulsozialarbeit wird es genau dort geben, wo sie am dringendsten benötigt werden. Gleichzeitig wird es zum ersten Mal überhaupt einen flächendeckenden Zugang zur Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler geben. Ich bin sehr froh über den solidarischen Schulterschluss des Landes sowie der Landkreise und des Regionalverbands, um diese wichtige Vereinbarung des Koalitionsvertrages umzusetzen“, erklärt Streichert-Clivot.


„Mit der neuen Form der Sozialarbeit gehen Land und Landkreise eine Verantwortungspartnerschaft für das Gelingen von Bildungsbiographien junger Menschen ein. Die Probleme junger Menschen werden in den pädagogischen Alltag der Schulen integriert und ein für jeden Standort verantwortliches Team sorgt dafür, dass auch auf die individuellen Problemlagen eingegangen werden kann. Dieser Meilenstein ermöglicht uns, ein gemeinsames präventives und intervenierendes Konzept zur Förderung der individuellen Bedürfnisse jedes Schülers zu etablieren. Schulen haben schon immer eine Doppelfunktion der Erziehung und Wissensvermittlung. Der erzieherische Aspekt kann nun durch die fachliche Unterstützung der Jugendhilfe positiv weiterentwickelt werden. Durch die gemeinsame paritätische Finanzierung und Steuerung werden die Schulen als Lebensumfeld junger Menschen und in ihrem ganzheitlichen Ansatz gestärkt. Ab jetzt wird Lernen besser gelingen“, erklärt Lauer.


Verteilung der Landesmittel über die Landkreise/den Regionalverband (Anteil am Gesamtvolumen von rund 5 Millionen Euro):


Regionalverband Saarbrücken: 41,66 Prozent

Landkreis Merzig-Wadern: 8,91 Prozent

Landkreis Neunkirchen: 14,34 Prozent

Landkreis Saarlouis: 16,57 Prozent

Saarpfalz-Kreis: 11,42 Prozent

Landkreis St. Wendel: 7,09 Prozent


Foto: MBK


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